Kinderhaus Pfiffikus Fellbach

Sanierung Kinderhaus Pfiffikus

Stellungnahme zur Vorlage119/2026 vorgetragen in der GR-Sitzung am 29.09.2026 von Ralf Holzwarth

+++ Es gilt das gesprochene Wort +++

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, liebe Frau Zull,
liebe Gemeinderatskolleginnen und -kollegen,
werte Gäste,

wir beraten heute über die Sanierung des Kinderhauses Pfiffikus, und ich gebe zu: Für mich ist das nicht nur ein Tagesordnungspunkt. Das Pfiffikus wurde 1955 gebaut. In den frühen 1970er Jahren bin ich in die Silcherschule direkt nebenan gegangen, damals hieß das Pfiffikus noch Kindertagheim. Das Gebäude und ich kennen uns also schon eine Weile.

Und wie das so ist: Dinge, die in die Jahre kommen, brauchen ab und zu ein Upgrade. Bei Gebäuden heißt das Sanierung, bei uns Menschen vielleicht ein neues Knie- oder Hüftgelenk.

Genau darum geht es heute. Die Vorlage der Verwaltung will das Haus mit gezielten Maßnahmen für den Betrieb als Kindertagesstätte in den nächsten 10 bis 15 Jahren fit halten. Es geht ausdrücklich nicht um eine Generalüberholung, eher um das neue Kniegelenk.

Die Fraktion FW|FD unterstützt diesen Ansatz. Dafür sprechen aus unserer Sicht fünf Gründe:

  • Die Maßnahmen sind notwendig. Die größten Posten betreffen die Substanz und die Sicherheit des Gebäudes: die Elektrotechnik mit knapp 240.000 €, die Entwässerung, die Sanitäranlagen und das Dach. Das sind keine Wunschmaßnahmen, sondern die Voraussetzung für einen verlässlichen Betrieb.
  • Die Haushaltslage zwingt zur Konzentration auf das Wesentliche. Die Verwaltung verzichtet ausdrücklich auf eine vollumfängliche energetische Sanierung und auf eine energetische Sanierung des Daches. Bei Gesamtkosten von rund 905.000 €, verteilt auf 2027 und 2028, ist das der richtige Weg.
  • Wo es sich lohnt, wird trotzdem energetisch nachgebessert. Keine umfassende Sanierung heißt nicht, dass wir Chancen liegen lassen. Die Vorlage setzt auf schnell umsetzbare Maßnahmen mit gutem Verhältnis von Aufwand und Wirkung: smarte Heizungsthermostate und eine optimierte Wärmeverteilung, die Dämmung der obersten Geschossdecke, LED-Beleuchtung in allen Räumen und Hitzeschutz durch Folien, optimierte Jalousiesteuerung und Nachtauskühlung. Das spart Energie, verbessert das Raumklima für Kinder und Team und ist bei wachsender Sommerhitze mehr als ein Nebenaspekt.
  • Wir fahren auf Sicht. Wegen der zurückgehenden Geburtenzahlen ist Vorsicht geboten, wenn es um den Aufbau von Betreuungskapazitäten geht. Wir investieren in das, was wir sicher brauchen, und entscheiden über alles Weitere, wenn wir mehr wissen. Eine Sanierung mit einem Horizont von 10 bis 15 Jahren hält uns diese Optionen offen.
  • Die Interimslösung bringt einen Mehrwert, denn man nutzt während der Sanierung die Modulbauten am P3.

Gleichzeitig möchten wir der Verwaltung drei Erwartungen mitgeben:

  • Fördermittel nutzen. Die Präsentation bezeichnet die energetischen Maßnahmen als förderfähig, die Vorlage weist aber keine Erträge aus. Wir bitten darum, Fördermöglichkeiten konsequent zu prüfen und zu nutzen, damit der Haushalt entlastet wird.
  • Kosten und Termine im Blick behalten. Die Kosten wurden intern ermittelt, und bei einem Bestandsgebäude von 1955 sind Überraschungen nie ausgeschlossen. Wir bitten um regelmäßige Information des Gemeinderats über Kosten- und Terminverlauf, insbesondere wenn sich abzeichnet, dass der Puffer für Unvorhergesehenes aufgebraucht wird.
  • Nutzer frühzeitig einbinden. Ein Umzug für ein Jahr ist für Kinder, Eltern und das Team eine echte Belastung. Die Vorlage nennt die enge Abstimmung mit den Nutzern, und wir erwarten, dass sie auch gelebt wird, mit frühzeitiger und transparenter Kommunikation.

Wir begrüßen die vorgelegte Sanierung: Sie ist maßvoll, sie setzt die richtigen Schwerpunkte, sie sichert die Betreuung in Fellbach, und sie lässt uns die Freiheit, auf künftige Entwicklungen zu reagieren.

Vielen Dank. Für die Fraktion: Ralf Holzwarth

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