Tom Seibold im Fellbacher Stadtanzeiger vom 16.10.2026
Beim Verfassen dieser Zeilen steht der Fellbacher Herbst unmittelbar bevor, wenn Sie diese lesen, ist er schon wieder vorüber. Wobei der Geist des Fellbacher Herbstes eben nicht nur an diesem Wochenende der Dankbarkeit und des Feierns „lebt“. Nein, er steht vielmehr sinnbildlich für eine Haltung in unserer Stadt! Bereits 1948 wollten JUNGE Wengerter und Bauern mit Unterstützung der Stadtvorderen ihre Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Dies wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, in einem geschundenen Land mit sicher auch vielen verletzten Seelen. Ihr Ansinnen war nicht über die harten Jahre der Entbehrungen und die ihnen gestohlene Kindheit und Jugend zu klagen. Sie sahen und schätzten vielmehr die Möglichkeit in einem freien Land mit Fleiß und Zusammenhalt den Blick nach vorne zu richten, ihre Geschicke selbst in die Hand zu nehmen und mit Optimismus etwas aufzubauen.
Genau diesen unerschütterlichen Optimismus brauchen wir auch heute, und der Fellbacher Herbst sollte uns jedes Jahr daran erinnern. Deshalb ist es gut und wichtig, die traditionellen Elemente wie die Erntewagen der Landjugend, den Erntedank vor dem Festzug und den feierlichen Festakt am Weinbrunnen mit den überlieferten Texten von Erich Schlenker in Ehren zu halten. Es erscheint mir als unsere Pflicht diesen besonderen Geist von Generation zu Generation weiterzugeben. Wer Fellbach verstehen will muss den Fellbacher Herbst verstehen!
Tom Seibold (FW/FD-Fraktion)

