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Fellbach-Ticket

Stellungnahme zu TOP 9 Vorlage 126/2019

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, liebe Frau Zull,
liebe Gemeinderatskolleginnen und  -kollegen,

verehrte Gäste,

so sehr unsere Fraktion die Einführung und Fortführung des sog. „Fellbach-Ticket“  unterstützt hat, so sehr freuen wir uns heute, dass die Ära dieses fellbach-spezifische Tarifangebots, das schon wegen seines beschränkten Erwerbs an nur drei Verkaufsstellen in der Stadt leider doch nur einen recht begrenzten und zuletzt stark rückläufigen Nutzerkreis hatte, ab April 2020  zu Ende geht.

Mit der zum 1. Apil 2020 auch in Fellbach geplanten Einführung eines im ganzen VVS-Tarifgebiet gleich gestrickten „Stadttickets“ als Tagesticket für Einzelpersonen für 3 .-€ und Gruppen-Tagesticket für 6.– €, das dann an allen VVS-Verkaufsstellen und über die VVS-App erworben kann,  wird die Nutzung des ÖPNV im Stadtgebiet Fellbach deutlich attraktiver. Wenn man nur von 2 Fahrten (Hin- und Rückfahrt ausgeht) so spart man im Vergleich zu 2 Fahrten mit der 4er- Mehrfachkarte  beachtliche 37 %. Nach der Tarifzonenreform, die u.a. dazu geführt hat, dass Fellbach jetzt zur Kernzone des VVS gehört und die darin gelegenen Ziele mit einer 1-Zonen-Fahrkarte  deutlich billiger mit dem ÖPNV erreichbar sind, ist dies ein zweiter großer Schritt auf dem Weg, immer mehr Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV zu bewegen. Und das geht letztlich nur über die Attraktivität und Zuverlässigkeit einerseits (da hapert es zumindest bei der Bahn zwar noch häufig), und über den Preis andererseits.

Weiterverfolgt werden sollte u.E. auch die Anregung der CDU insoweit, als man zusammen mit der VVS auch in Fellbach prüft, versuchsweise ein kostenloses Samstagsticket an den 4 Adventssamstagen einzuführen. Den Versuch wäre es wert, auch wenn dafür nochmals gut 10.000.-  € an den VVS als Ersatzleistung für den Einnahmeausfall fällig wäre.       

Überhaupt  –   dass diese Attraktivitätssteigerung des ÖPNV  nicht kostenlos ist, muss uns allen bewusst sein. So muss der Landkreis dem VVS den Einnahmenausfall aus der Tarifzonenreform Jahr für Jahr mit 2 ½ Mio €  ausgleichen und auch das Stadtticket wird die Stadt Fellbach jährlich 200.000.– €  kosten;  im Gegensatz dazu belastete das dann wegfallende Fellbach-Ticket den städtischen Haushalt nur mit 40.000.– € per anno.

Dies Mehrkosten sind keine kleinen Beträge, zumal sie Jahr für Jahr erneut anfallen.  Allerdings sollten wir als Stadt Fellbach diesen Betrag gerne einsetzen, weil es vermutlich die einzige Möglichkeit ist zu verhindern, dass wir in Fellbach über kurz oder lang im innerstädtischen Autoverkehr ersticken und mit dieser klimafreundlichen Maßnahme die Aussicht besteht, dass auch in Fellbach immer mehr Bürgerinnen und Bürger auf den ÖPNV umsteigen.
Und das ist das Gebot der Stunde !