Betriebsplan Fellbacher Stadtwald

Tom Seibold zum Problem der Brombeerwucherungen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich möchte die Vorstellung des Betriebsplanes 2015 für den Fellbacher Stadtwald zum Anlass nehmen, um auf ein akutes und drängendes Problem für den Weinbau, aber auch für den Obst- und Beerenanbau hinzuweisen. Auf Seite 2. des Betriebsplanes wird auf die Bekämpfung der Brombeerwucherungen eingegangen. Diese Bekämpfung bitte ich zumindest am Waldrand und dort insbesondere in der Nähe von für die Kirschessigfliege gefährdeten Kulturen intensiv zu verstärken und nachhaltig zu betreiben.

Hintergrund ist die massive und unter Umständen gar existenzgefährdende Bedrohung insbesondere für Beerenobst sowie Wein- und Tafeltrauben durch den neuen und schlagartig massiv aufgetretenen Schädling Kirschessigfliege. Intensiver Austausch der zuständigen Institute und Behörden auf Landes- ,Bundes- und Europäischer Ebene haben aufgezeigt, dass die Forschung in diesem Zusammenhang erst ganz am Anfang steht, und derzeit noch keine befriedigende direkte Bekämpfungsmöglichkeit zur Verfügung steht. Allerdings wurde die KEF eindeutig als Bedrohung für die heimische Landwirtschaft identifiziert, und nicht umsonst wurde das bundeseigene Julius-Kühn-Institut mit erheblichen zusätzlichen finanziellen Mitteln zur weiteren Forschung ausgestattet!

Ergebnis der internationalen Fachforen im vergangenen Halbjahr war einhellig, dass im Moment zur Eindämmung bzw. zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung der KEF die Umsetzung vieler kleiner Mosaiksteine von Nöten ist. Dazu gehört unter Anderem die Bekämpfung wild wachsender Brombeere. Das landesweite Monitoring hat gezeigt, dass insbesondere an Waldrändern exorbitant erhöhte Fangzahlen ausgewertet wurden, als einzig erklärbarer Hintergrund wurde das Vorhandensein von entsprechenden Wirtspflanzen identifiziert.

In diesem Zusammenhang möchte ich die Stadtverwaltung aber auch bitten, verstärkt auf private Grundstücksbesitzer einzuwirken, mit dem Ziel auch hier ein Mindestmaß an Pflege einzufordern und eben auch von diesen insbesondere die Beseitigung wilder Wucherungen zu verlangen.

Auch der städtische Feldschutz möchte bitte für das Thema sensibilisiert werden. Veröffentlichungen im Stadtanzeiger könnten ebenfalls zur Information beitragen und das Problembewusstsein der Gartenbesitzer schärfen.

Vielen Dank
Tom Seibold