Verabschiedung OB Christoph Palm

Verehrte Abgeordnete und Ehrengäste,liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,werte Familie Palm, sehr geehrte Frau Palm, liebe Andrea, vor allemaber sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Palm, lieber Christoph,

persönlich, aber auch namens des Gemeinderats der Stadt Fellbach und aller vier Gemeinderatsfraktionen heiße auch ich Sie alle heute Abend in der guten Stube Fellbachs, unserer Schwabenlandhalle herzlich willkommen. Nachdem ich am 2. November des Jahres 2000 Christoph Palm in sein neues Amt als Fellbacher Oberbürgermeister einführen und ihn feierlich verpflichten durfte, ist es mir eine Ehre, heute anlässlich seiner Verabschiedung wieder für den Gemeinderat sprechen zu dürfen. Denn im Rückblick waren die vergangenen 16 Jahre gute Jahre für unsere Stadt, auf die gerade auch Du als scheidender Oberbürgermeister mit Genugtuung zurückblicken kannst.
Eine langfristig angelegte Stadtpolitik, die dem Grundsatz „Qualität vor Quantität“ huldigt, war schon immer ein Markenzeichen Fellbacher Kommunalpolitik. Mit dem partizipativ und unter Einbeziehung interessierter Bürger angelegten Fellbacher Stadtentwicklungsprozess Staffel 25 wurde auf Deinen Anstoß hin diese Tradition weiterentwickelt, so dass das kommunalpolitische Tagesgeschäft in Fellbach in langfristig ausgerichtete Leitlinien und Schlüsselprojekte eingebettet war und ist, die sich an den Herausforderungen der Zukunft orientieren. Auch deshalb steht Fellbach heute auf vielen Feldern wie z.B. hinsichtlich der Qualität seiner Bildungseinrichtungen, beim Klimaschutz, beim Ausbau der Kinderbetreuung oder beim Knüpfen eines sozialen, gesellschaftlichen und bürgerschaftlichen Netzwerks im engen Schulterschluss mit freien Trägern, Vereinen, Kirchengemeinden und Hilfsorganisationen sehr gut, oft vergleichsweise besser als andere Kommunen da.

In Deiner Amtszeit sind viele Bauvorhaben umgesetzt worden, darunter viele Neubauten im Schul- und Kinderbetreuungsbereich, den An- und Ausbau unserer Schwabenlandhalle, den Umbau des Stadtmuseums und den Bau des Seniorenhauses an der Tournonstraße. Es war Dein Verdienst, die innere Stadtentwicklung durch viele Sanierungsgebiete wie das Rathaus-Carrée, das Wüst-Areal, den Ortskern Schmiden oder die Eisenbahnstraße vorwärts zu bringen und Fördergelder nach Fellbach zu holen. Wenn man davon sprechen will, dass Oberbürgermeister sich gerne Baudenkmäler setzen wollen, so ist Dir das mit dem F 3 , dem Fellbacher Freizeit- und Familienbad durchaus gelungen, wobei nicht nur das Bauwerk als solches, sondern auch das entwickelte Finanzierungskonzept mit einem privaten Betreiber, das für Fellbachs Bevölkerung, aber auch für unser Stadtsäckel nach dem Motto „Wesentlich mehr Bad für das gleiche Geld“ ein Gewinn ist. Auch ein privates, durchaus umstrittenes Bauprojekt, der sog. GEWA-Tower wird mit Deinem Namen verbunden bleiben. Deinem persönlichen Geschick war es zu verdanken, dass nach über 12 Jahren die hässliche Hotelruine auf dem „Fromm-Areal“ verschwand und dort derzeit über 150 vornehmlich Mietwohnungen entstehen. Erwähnenswert sind auch die maßgeblich durch Deine Initiative gegründeten Institutionen wie unser VDC-Kompetenzzentrum „Virtuelle Realität“, die Jugend-Technik-Schule Dr. Karl Eisele oder die Bürgerstiftung Fellbach. Wieder anderen wirst Du vielleicht eher als Begründer verschiedener Events, wie dem mittlerweile schon legendären „Fellbach-Hopf“ einschließlich der vom OB am frühen Morgen des 1. Mai persönlich unter dem Motto „Meine Eier sind die Besten“ servierten Spiegeleier in guter Erinnerung bleiben. In der Stadtverwaltung hast Du nach dem Wechsel von Barbara Bosch nach Reutlingen die Zahl der Dezernate verkleinert und die Verwaltung umstrukturiert sowie den Ausbau des Stadtmarketings und der Wirtschaftsförderung vorangetrieben. Hinzu kam die Stärkung des Bereichs Tourismus durch die Angliederung an das Schwabenlandhallenmanagement oder die Umsetzung des neuen „Fellbacher Weinwegs“

Besonders am Herzen lag Dir in diesen 16 Jahren auch das Thema Klima- und Umweltschutz. Beispielhaft möchte ich das Ziel der „klimaneutralen Stadtverwaltung“, unsere millionenschwere Beteiligung am SSB-Projekt „Brennstoffzellenbus“, vor allem aber den restriktiven Umgang mit unseren Freiflächen nennen, wo Fellbach sich vorbildhaft verhalten hat. Denn keine andere Stadt in der Region Stuttgart war beim Eingriff in ihre so kostbaren und begrenzten Freiflächen in den letzten 2 Jahrzehnten so zurückhaltend wie Fellbach! Auch hast Du Fellbach als Sportstadt weiter vorangebracht und viele Projekte, oft auch zusammen mit den drei Sportvereinen im Sinne einer „win-win-Situation“ umgesetzt. Und dass Du Dich trotz einiger Rückschläge und zeitweise heftigem Gegenwind immer für den Bundesstützpunkt der RSG in Fellbach stark gemacht hast, rechne nicht nur ich Dir persönlich hoch an. Mindestens genauso wichtig waren Dir die Förderung von Kultur, Kunst und Musik, auch als Teil einer ganzheitlichen, persönlichkeitsfördernden Bildung von jungen Menschen. Auch deshalb war die Triennale bei Dir in guten Händen und bist Du als Präsident des Landesmusikverbandes ehrenamtlich unterwegs. Du warst ein Teamplayer auf dem Rathaus, der seinen Mitarbeitern Handlungsspielräume ließ. Außerdem ein überzeugter Befürworter interkommunaler Zusammenarbeit, was Dir z.B. bei der Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Schorndorf und dem Remstalwerk hervorragend gelungen ist. Deshalb bist Du auch ein begeisterter Befürworter der Remstal-Gartenschau im Jahr 2019, weil nach Deinen Worten, „die Bürgermeister von Remseck bis Essingen in den letzten 50 Jahren nie so viel miteinander gesprochen haben, wie in den vergangenen zwei Jahren, was für unsere Raumschaft von unschätzbarem Gewinn sei“.

Ein persönliches Herzensanliegen war Dir als überzeugten Europäer die Pflege unserer vier Städtepartnerschaften mit Tain / Tournon, Erba, Pécs und Meißen, aber auch zu unseren Freunden im Kosovo. Dabei ging es Dir um eine Vertiefung und eine Begegnungder Menschen auf allen Ebenen. Zu vielen dort politisch Verantwortlichen hast Du persönliche Freundschaften entwickelt.

Dein größtes Verdienst aber war es, in engem Schulterschluss mit dem Gemeinderat den Bau des Nordostrings als vierspurige Autobahnverbindung zwischen Augsburg und Heilbronn verhindert zu haben. Und das obwohl der Regierungspräident Udo Andriof bei Deinem Amtsantritt im Jahr 2000 fast suffisant darauf hingewiesen hat, dass es wohl nur noch eine Frage von Jahren sei, bis diese Autobahn endgültig beschlossen und gebaut werde und auch Du daran nichts würdest ändern können. Aber er lag falsch: Du hast geschickt Deine Kontakte genutzt, inhaltliche und juristische Fehler im Planverfahren benannt und vor allem dafür gesorgt, dass der Fellbacher Gemeinderat im Gegensatz zu den Kommunen im Umfeld bei diesem Thema immer einstimmige Beschlüsse und Resolutionen verabschiedet hat.

Lieber Christoph, mit einer solch guten Bilanz Deiner Amtszeit hatten im Jahr 2000 nicht alle Beobachter gerechnet, warst Du doch bei Deiner Wahl ein kommunalpolitischer Newcomer ohne Erfahrung, der seine Wahl neben einem überzeugenden Auftritt im Wahlkampf auch dem großen Vertrauensvorschuss zu verdanken hatte, den viele Fellbacher dem Namen Palm entgegenbracht haben. Andere Kritiker glaubten, dass Fellbach für Dich nur ein Sprungbrett für höhere Aufgaben sei und sahen sich darin bestätigt, als Du schon nach wenigen Jahren als CDU-Abgeordneter in den Landtag eingezogen bist. Und zweifellos war nach dem Abgang von Ministerpräsident Teufel zu befürchten, dass Du bald in Richtung Stuttgart entschwinden würdest, galtst Du doch als „ministrabel“ und für alle Posten im Kabinett geeignet, wie es Dir der ehemalige Minister Helmut Rau bei Deinem Geburtstagsempfang am 1. September ja öffentlich bescheinigte.Insofern war Dein am 8. Januar 2010 erklärter Verzicht auf eine erneute Landtagskandidatur ein Schritt, der Dir mit Sicherheit schwer gefallen ist. Umso mehr nötigt er mir bis zum heutigen Tag großen Respekt ab. Dass Du damals den Versuchungen der Landespolitik nicht erlegen bist, ist aber auch Deinem bemerkenswerten politischen Gespür zu verdanken, das mich immer wieder beeindruckt hat. Dazu kam, dass Du zu der Zeit dabei warst eine Familie zu gründen. Ganz entscheidend jedoch dürfte die Erkenntnis gewesen sein , dass Du nach dem Motto „Lieber unumstrittener König im Fellbacher Land, als unter Mappus nur Adjudant“ den Fellbacher Oberbürgermeisterposten inzwischen für Dich persönlich so attraktiv und passend empfunden hast, dass Du ihn nicht für eine vage politische Karriere aufgeben wolltest. Und dass Du die Lage richtig eingeschätzt hast, zeigt die Tatsache, dass Mappus und seine CDU-geführte Regierung bereits 2011 abgelöst wurde. Und wahrlich – jeder der Dich als OB erlebt hat spürte, dass Dir der Oberbürgermeisterposten geradezu auf den Leib geschneidert war. Du hast dieses Amt nicht nur mit großem Verantwortungsbewusstsein ausgeübt, sondern Du hast es mit persönlicher Hingabe und Begeisterung gelebt. Allein Deine vielen brillanten Reden zu den verschiedensten Anlässen werden uns in bester Erinnerung bleiben. Egal ob im Gespräch mit der Putzfrau im Rathaus oder mit Ministerpräsidenten, ob bei Festtags- oder Trauerreden: Mit Deinen herausragenden rhetorischen Fähigkeiten, Deiner humanistisch-juristischen Bildung, vor allem aber der Gabe, sich in andere hineinversetzen zu können, hast Du immer den richtigen Ton und oft den „Nagel auf den Kopf“ getroffen. Dazu kommt, dass Du Menschen unterschiedlichster Stellung, politischer Couleur oder Herkunft mit Deiner gewinnenden Art offen und vorurteilsfrei begegnet bist und über ein phänomenales Namensgedächtnis verfügst. So ist es Dir häufig gelungen, auch in schwierigen Situationen Menschen für Dich und Deine Überzeugungen zu gewinnen. Dazu kam Deine ganz persönliche Verbundenheit zum Remstal, zu unserem Kappelberg, zum Fellbacher Wein und zum Fellbacher Herbst, der für Dich jenen „besonderen Fellbacher Geist“ verkörpert, den Du immer wieder verspürt und beschworen hast. Du hast unsere Stadt hervorragend repräsentiert und den guten Namen Fellbachs weit hinausgetragen. Du warst ein selbstbewusster Oberbürgermeister, der sich der dreifaltigen Würde und Machtfülle seines Amtes als vom Volk gewähltes Stadtoberhaupt, Vorsitzender des Gemeinderats und als Chef der Verwaltung durchaus bewusst war. Wie Deine Vorgänger konntest auch Du lieber Christoph mit zunehmender Amtszeit der Faszination Deines Amtes nicht ganz widerstehen. So hast Du zumindest hin und wieder leichte Symptome einer „OB-Eitelkeit“ gezeigt. Und auch Deine beim Amtsantritt bestehenden Hemmungen, als Du Dich mit einem VW-Golf als Dienstwagen begnügen und Dir Dein von Fritz Kiel geerbtes Dienstzimmer im Rathaus als unangemessen pompös erschienen ist, sind bald verflogen. Gerne bescheinige ich Dir aber, dass Du trotzdem bis heute ein sympathischer, zugänglicher und bescheidener Mensch geblieben bist. Auch die Zusammenarbeit mit Dir im Gemeinderat war stets offen und vertrauensvoll. Bewundert habe ich, wie souverän, gekonnt und fair Du die vielen (alles in allem waren es wohl über 600 ) Gemeinderats-, Ausschuss- und Aufsichtsratssitzungen geleitet hast. Bemerkenswert war auch die Eselsgeduld, die Du bei der einen oder anderen stundenlangen Debatte an den Tag gelegt hast. Wenn’s mal heiß im Gemeinderat herging, hast Du aber sehr wohl gewusst, was Du wolltest und dabei nicht nur einmal unter Beweis gestellt, dass Du ein gewiefter Taktiker bist, der als ehemals versierter Florettfechter auch mit allen sportlich erlaubten Mitteln fighten konnte und wenn es sein musste mit wechselnden Mehrheiten die Beschlussanträge der Verwaltung durchzubringen versuchte. Gelang dies nicht, konntest Du uns schon mal verbal missbilligend „in den Senkel stellen“. Jedoch warst Du nie nachtragend und ist es Dir oft gelungen, schon im Vorfeld Brücken zu bauen und tragfähige Kompromisse zu schmieden. Großen Wert legtest Du immer darauf, Person und Sache strikt von-einander zu trennen. Diesbezüglich warst Du empfindsam und fühltest Dich verletzt, wenn Angriffe persönlich „unter die Gürtellinie“ gingen. Dann spürte man, dass Dir als ehemaligem Sportler die über den Sport vermittelten Werte und Tugenden wie Leistungsbereitschaft, Durchhaltevermögen, Ehrgeiz und Ausdauer, aber auch Teamgeist und Fairness gerade auch in der Funktion als Oberbürgermeister wichtig waren. In all den gemeinsamen Jahren habe ich Dich stets als besonnenen Menschen kennen gelernt , der zwar durchaus schlagfertig reagieren konnte, aber sich nur ganz selten zu „Schnellschüssen“ hinreißen ließ. Vor wichtigen Entscheidungen hast Du das ‚Für und Wider“ sorgfältig und in aller Ruhe abgewogen, was – so habe ich aus dem Rathaus vernommen – die auf ein klares Wort von ihrem OB Wartenden hin und wieder ganz schön genervt hat.

Überhaupt besitzt Du ein sehr großes Harmoniebedürfnis, was auch Deine Brüder bestätigen. So war es Dir wohl schon immer „äußerschd oagnehm“ ist, Menschen zu rügen, ihnen weh zu tun oder gegen sie Partei zu ergreifen, auch wenn dies vielleicht mal angezeigt gewesen wäre. In solchen Fällen flüchtest Du Dich gerne in abstrakte und zweideutige Formulierungen, so dass kritische Aussagen von einem Empfänger nicht immer als solche erkannt , ja sogar hin und wieder als Lob missverstanden wurden. Insofern hast Du den Führungs- und Umgangsstil jenes schwäbischen Schultes geteilt der einmal zwei Streithähne nacheinander im Rathaus in Begleitung seines Ratsschreibers empfing. Als der erste Bürger sein Anliegen vorgebracht hatte, sagte der Schultes: „Also Gottlob, koi Frog – Du bisch vollkomme em Recht !“ Nachdem er sich den zweiten Streithahn angehört hatte, lautete das Urteil des Bürgermeisters: Also Friedolin – i ben ganz ond gar Deiner Meinung !“ Als ihn später sein Ratsschreiber darauf aufmerksam machte, dass er ja beiden Kontrahenten Recht gegeben hätte, obwohl sie doch total unterschiedlicher Meinung waren, bemerkte der Schultes trocken: „Mensch Otto – do hosch au wieder Recht !“ Persönlich empfand ich Deine liberale Grundeinstellung äußerst sympathisch, dass der Staat und die Stadt nicht alles regeln und sich auch nicht für alles zuständig fühlen muss. Subsidiarität, Gestaltungsfreiheit, Kooperationen mit freien Trägern, Vereinen oder auch Firmen und eigenverantwortliches Tun der Bürger waren Dir allemal wichtiger als „städtische Allzuständigkeit“.

Dagegen warst Du schon eher für die „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu gewinnen.Darüber hinaus hast Du Dich immer wieder für unsere freiheitliche Verfassung und unsere Bürgerrechte eingesetzt sowie Respekt und Toleranz eingefordert. So bist Du standhaft geblieben als z.B. pietistisch-konservative Kreise den Satyr im Kappelbergkreisel verhindern, sich Salafisten über die Hintertüre eines Gewerbegebietes Zugang zu Fellbach verschaffen oder dumpfe Rechtspopulisten Fellbach für sich vereinnahmen wollten. Diese Menschlichkeit und Toleranz hast Du auch im Umgang mit den Flüchtlingen eingefordert und vorgelebt. Mutig, ja fast provokant war in diesem Zusammenhang die städtische Weihnachtskartedes letzten Jahres, in der Maria und Josef als Herbergssuchende dargestellt sind und in unübersehbar großen Buchstaben die Frage gestellt wird „Hätten wir Sie aufgenommen ?“ Diese Karte ist aber auch ein Beleg dafür, dass es Dir immer wieder vortrefflich gelungen ist, Deinen Zuhörer in einer sympathisch-gewinnenden Art den Spiegel vorzuhalten. Und noch eins: Obwohl Du wirklich kein Mann bist, der die Welt durch eine rosarote Brille sieht, bist Du immer ein durch und durch optimistischer Mensch geblieben, der bei vielen Gelegenheiten gemahnt hat, sich bei allem Jammern über die Zustände doch immer wieder bewusst zu machen, wie gut es uns hier im Vergleich zum Rest der Welt geht. In einer von Ängsten und Sorgen beherrschten Grundstimmung hast Du -zuletzt bei der diesjährigen Rede zum Fellbacher Herbst- geradezu wohltuend dafür geworben, sich in der rasch wandelnden Welt nicht nur mit den Risiken und Bedrohungen zu beschäftigen, sondern doch bitte auch mit den sich bietenden Chancen.

Lieber Christoph, wie Du siehst oder besser gesagt hörst, hätten wir es also durch-aus noch ein paar Jahre mit Dir als Oberbürgermeister ausgehalten. Andererseits habe ich Verständnis für Deine Entscheidung, im Alter von 50 Jahren nochmals etwas Neues anzufangen. Denn zurecht hast Du mir auf meine Fragen im vergangenen Jahr hin-sichtlich einer 3. OB-Kandidatur mit den Worten „Frag mich mal was ich dann mit 58 mache !“ geantwortet. Lassen Sie mich an dieser Stelle ein paar Zeilen aus meinem Dir gewidmeten Geburtstagsgedicht einfügen: (ich zitiere):„Nach Deinem Landtagsverzicht haben viele geglaubt,dass der OB-Posten für Dich ein Leben lang taugt.Doch hast Du uns vor knapp 6 Monaten erklärt,dass nach dem OB-Traumjob, der 16 Jahre lang gewährt,Du Deinem Leben eine neue Perspektive willst geben,so Deine Worte – damit müssen wir leben. Ab Januar Geschäftsführer einer Stiftung – noch unbekannt,mein lieber Christoph da sind wir gespannt. Schon jetzt aber hoffen wir, dass beim Stiftungsgeld-Lenken, Du auch unser Fellbach wirst reichlich bedenken.“ (Zitat Ende)So gesehen könnte sich also Dein Berufswechsel sogar noch als segensreich für unsere Stadt entpuppen.
Bei Deiner Amtseinsetzung vor 16 Jahren, sagte ich, (ich darf zitieren) „ dass es einem OB nicht um den populistischen Beifall des nächsten Tages gehen darf, sondern um nachhaltige Lösungen, die auch gegenüber unseren Kindern und Enkeln verantwortet werden können.“ (Zitat Ende). Dazu gab ich Dir das lateinische Zitat aus dem 14. Jahrhundert mit auf den Weg: „Quidquid agis, prudenter agas et respice finem“ Zu deutsch: „Was Du beginnst, beginne es klug und bedenke dasEnde.“Heute 16 Jahre später -am Ende Deiner sechzehnjährigen Amtszeit- kann ich Dir bescheinigen, dass Du diesem Anspruch als Oberbürgermeister wahrlich gerecht geworden bist und Dir vermutlich auch „Dein Ende als Fellbacher Stadtoberhaupt“ sehr wohl überlegt hast. So lassen wir Dich heute „nolens volens“ zie-hen, wobei uns drei Dinge trösten: Erstens, dass wir mit Gabriele Zull eine neue Fellbacher Oberbürgermeisterin bekommen werden, die allerbeste fachliche und menschliche Voraussetzungen mitbringt, um Dir eine würdige Nachfolgerin zu sein. Dass Du ihr (zum Zweiten) ein geordnetes Haus einschließlich solider Stadtfinanzen und einen überaus sympathischen Gemeinderat übergeben kannst, der ja Deiner jüngst öffentlich bekundeten Meinung nach „das beste Gremium ist, das Du je kennengelernst hast“. Und (3.) tröstet uns, dass Du heute zwar als unser Oberbürgermeister abtrittst, aber als Bürger Christoph Palm zu-sammen mit Deiner Familie weiterhin Fellbacher bleiben wirst.

Lieber Christoph,Namens des Fellbacher Gemeinderats sage ich Dir ganz herzlichen Dank für Deinen engagierten und erfolgreichen Einsatz für unsere Stadt. Diesen Dank verbinde ich mit den allerbesten Wünschen für Dich, Deine liebe Andrea und Deine ganze Familie. Privat wie beruflich wünschen wir Dir alles erdenklich Gute, eine stabile Gesundheit, das Glück des Tüchtigen und Gottes Segen.